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Textile Geschichte erinnern und erleben im TextilTechnikum Individuelle Gruppenführungen für demenzkranke Menschen

Wir laden Menschen mit Demenz und ihre Begleitpersonen herzlich ein, eine besondere Zeitreise durch die Textilgeschichte zu erleben! Gemeinsam mit erfahrenen Fachleuten haben wir dieses spezielle Programm für demenzkranke Menschen entwickelt. Die individuell und liebevoll gestalteten Führungen orientieren sich ganz an den Bedürfnissen unserer Besucherinnen und Besucher. Sie können dort verweilen, wo sie es möchten, Gegenstände in die Hand nehmen und beim Weben zuschauen. Der Rundgang startet mit einer langsamen Eingewöhnung und wird von geschulten Fachkräften begleitet. Die persönlichen Verbindungen zur Mönchengladbacher Textilgeschichte sind sehr vielfältig. Um auf die individuellen Erfahrungen der Gäste einzugehen, bieten wir verschiedene Themenschwerpunkte (Märchen, Mode und Maschinen) an.

Ein besonderer Ort in der Region

Treffpunkt für dieses besondere Angebot ist das TextilTechnikum der Stadt Mönchengladbach, das in einer alten Werkshalle im denkmalgeschützen Monforts-Quartier - einer ehemaligen Textilfabrik - untergebracht ist. Es ist kein Museum im klassischen Sinne, sondern eine international einzigartige Sammlung von rund 150 historischen und modernen Textilmaschinen. Alle Maschinen sind voll funktionsfähig und stellen so eine perfekte Kulisse für eine Zeitreise in die erlebte Vergangenheit dar. Seit der Eröffnung des TextilTechnikums treffen sich hier regelmäßig Textiltechnik-Studenten der Hochschule Niederrhein, ehemalige Textilmaschinenbeschäftigte und Familien, um generationsübergreifend den Maschinenduft zu schnuppern und den Berichten der älteren Generation zu lauschen, die diese Zeit noch aktiv erlebt hat.

Ein besonderes Angebot in der Region

Das Projekt hat zum Ziel, die Erinnerungen an die textile Vergangenheit der Stadt Mönchengladbach lebendig zu erhalten und durch besondere Konzepte für weitere Personengruppen zu erschließen. Für Menschen deren kognitiven Fähigkeiten aufgrund von Erkrankungen eingeschränkt sind, sollen durch Einsatz spezieller Methoden an diesen Erinnerungen auch teilhaben können. Der Projekttitel "Demenz Inklusive" soll verdeutlichen, dass mit dem Projekt der sozialen Ausgrenzung von demenzbetroffenen Menschen entgegengewirkt werden soll. Mithilfe des Projekts können Gruppenführungen zu verschiedenen Themenschwerpunkten angeboten werden, die fachlich und pädagogisch begleitet werden und alle Sinne ansprechen. So geht es um das Weben und Spinnen oder Färben von Garnen aber auch entlang von Märchen kann man sich mit dem Thema befassen.

Mitmachen erwünscht!

Ein wichtiger Baustein des Projektes ist die Schulung von sogenannten Erinnerungsbegleiterinnen und Erinnerungsbegleitern. Hier sollen interessierte Personen oder auch im Feld der Altenhilfe beruflich Tätige angesprochen werden. Die Mitarbeitenden geben ihr Wissen und die Konzepte der Führungen weiter und qualifizieren so dazu, Gruppen kompetent durch das TextilTechnikum zu begleiten. Zur Einarbeitung wird ein Curriculum über die Lebens-, Textil- und Arbeitswelten rund um das Thema Textilindustrie in Mönchengladbach erstellt. Ansprache und Umgang werden verbunden mit dem Kontext von Menschen mit kognitiven Einschränkungen, z. B. dementiellen Erkrankungen.

Die Qualifizierung zum Erinnerungsbegleiter/in ist als Schulung im Rahmen der Fortbildung für Betreuungskräfte in stationären Einrichtungen anerkannt nach § 53c und steht auch allen interessierten Menschen, z. B. Ehrenamtlern offen.

Galerie

Eine Zeitreise der besonderen Art: Die Gäste der Tagespflege "Kamillus" besuchten das Museum "TextilTechnikum" im Monforts-Quartier (Mönchengladbach-Hardterbroich).