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Presse

27.09.2010: Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach führt zum 1. Oktober die Familienpflegezeit ein

Kristina Schröder, Bundesministerin für Senioren, Familien, Frauen und Jugend, bereitet dazu gerade die Familienpflegezeit vor. Ihr Konzept, Pflege und Beruf unter einen Hut zu bringen, hat die Ministerin Anfang September bei einem Besuch in Mönchengladbach den Mitarbeitern und Geschäftsführung der Sozial-Holding vorgestellt. Als größter Anbieter der Altenpflege in Mönchengladbach will das städtische Tochterunternehmen ein Zeichen setzen und den Mitarbeitern ab Oktober die Familienpflegezeit anbieten.

Kristina Schröder, Bundesministerin für Senioren, Familien, Frauen und Jugend, bereitet dazu gerade die Familienpflegezeit vor. Ihr Konzept, Pflege und Beruf unter einen Hut zu bringen, hat die Ministerin Anfang September bei einem Besuch in Mönchengladbach den Mitarbeitern und Geschäftsführung der Sozial-Holding vorgestellt. Als größter Anbieter der Altenpflege in Mönchengladbach will das städtische Tochterunternehmen ein Zeichen setzen und den Mitarbeitern ab Oktober die Familienpflegezeit anbieten.

Qualität in der Betreuung und Pflege sind in der Diskussion seit Jahren das zentrale Thema und Pflegenoten, Expertenstandards, Kundenbeteiligung und „Ergebnisqualität“ die Schlagworte, die die Presse bestimmen. Erst langsam wird klar, dass es dazu qualifizierter und motivierter Beschäftigter bedarf, die ein Unternehmen auch aktiv fördern muss. Dies hat die Sozial-Holding im vergangenen Jahrzehnt getan und kann dies durch zahlreiche Auszeichnungen belegen. „Wenn mehr als 30 Prozent der Beschäftigten älter als 50 Jahre alt sind, dann ist es auch wahrscheinlich, dass diese Beschäftigten zu Hause mit dem Thema alte Eltern und eventuell sogar pflegebedürftige Eltern zu tun haben“, sagt Helmut Wallrafen-Dreisow, der Geschäftsführer der Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach GmbH. „Wir sind Profis in Pflege und Betreuung und wollen dies auch bei unseren Angehörigen sein“, ergänzt Monika Kuhlen-Heck, die Betriebsratsvorsitzende der Sozial-Holding.

Was liegt näher, als das Vorhaben bereits jetzt – und damit schon vor der Verabschiedung eines Gesetzes - Realität werden zu lassen und damit einen weiteren Baustein zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu bieten. „Ein Unternehmen aus der Pflegebranche ist dazu vielleicht besonders geeignet“, meint Wallrafen-Dreisow.

Das Konzept sieht vor, dass der Angehörige seine Erwerbsfähigkeit für zwei Jahre auf 50 Prozent reduziert, anschließend arbeitet er wieder zwei Jahre 100 Prozent. Über den gesamten Zeitraum erhält er 75 Prozent seines Einkommens und zahlt daraus Beiträge zur Rente. Dadurch, dass der Angehörige neben der reduzierten Erwerbstätigkeit auch noch eine Pflegeleistung ausübt, erhält er aus der gesetzlichen Pflegeversicherung hierfür weitere Rentenansprüche. Diese Ansprüche steigen mit der Höhe der Pflegestufe und sind unabhängig von der tatsächlichen Einkommenshöhe. Berechnungen des Ministeriums gehen davon aus, dass „die Rentenhöhe nahe bei oder sogar über dem Niveau der Vollzeitbeschäftigung liegt“.

Ab 1. Oktober bietet die Sozial-Holding nun allen knapp 900 Beschäftigten die Möglichkeit der Familienpflegezeit. Details werden zur Zeit noch zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat geregelt, aber die schon seit Januar geltende Regelung „Vollzeitbeschäftigung mit Pool-Stunden“ bietet die Gewähr dafür, dass Beschäftigte auch wirklich kurzfristig in die Familienpflegzeit wechseln können, ohne Lücken in der Dienstplangestaltung „vor Ort in den Pflegeeinrichtungen“ zu hinterlassen. „Hier greift unser jahrelang und gemeinsam mit dem Betriebsrat entwickeltes Konzept der Personalentwicklung und Mitarbeiterförderung“, ist Wallrafen-Dreisow optimistisch, den Beschäftigten eine echte Unterstützung bieten zu können.

Das Praxisbeispiel der Sozial-Holding wird sicherlich einen wichtigen Beitrag leisten, aufzuzeigen, dass die Familienpflegezeit ein Beitrag für eine nachhaltige Gesellschaftspolitik ist. „Wir stellen uns der Herausforderung einer älter werdenden Gesellschaft und hoffen sehr, dass das Ministerium auch an unseren Praxiserfahrungen und deren Schlussfolgerungen interessiert ist“, sind sich Kuhlen-Heck und Wallrafen-Dreisow einig.

Familienministerin Kristina Schröder sieht das Engagement in Mönchengladbach positiv: „Ich freue mich sehr, dass die Sozial-Holding das Konzept der Familienpflegezeit bereits jetzt übernimmt. Dies zeigt: Die Familienpflegezeit entwächst direkt aus den Wünschen der Beschäftigen und der Betriebe. Mein Ziel ist es, dass möglichst viele Beschäftigte in unserem Land diese Chance der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bekommen.“



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