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Presse

14.05.2009: Transparenzmodell ist reif für die Praxis

Die Teilnehmer des Modellprojekts für Kundenorientierte Qualitätsberichte in NRW präsentieren ihre Ergebnisse.

Qualitätsberichte nach dem Transparenzmodell sind ein ausgezeichnetes Instrument, Qualität verständlich und relevant für eine breite Öffentlichkeit zu kommunizieren. Das ist das einhellige Fazit der Teilnehmer am Projekt "Kundenorientierte Qualitätsberichte - Transparenz in der Altenhilfe". Das Transparenzmodell sei ein großer Schritt hin zu qualifizierten Kundenbeziehungen in der Pflege. Reif für die Praxis sollte es von möglichst vielen Heimen für eigene Berichte genutzt werden. "Fangen Sie an", rief Margret Strucken-Jordan, Einrichtungsleiterin im Altenheim Eicken den Kollegen auf der Transferveranstaltung zu.

Neun stationäre Einrichtungen hatten zum Abschluss des vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen finanzierten Projekts ihre Ergebnisse präsentiert. "Diese Berichte unterstützen Kunden darin, umfassend informiert und selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen", sagte Helmut Wallrafen-Dreisow, Geschäftsführer der Sozialholding Mönchengladbach und einer der Initiatoren des Projekts. Das Qualitätsniveau sei in allen beteiligten Einrichtungen hoch, "aber die Berichte zeigen wie verschieden sie dennoch in ihren Qualitäten sind." Der Kunde habe echte Alternativen, zu entscheiden, welches Haus zu ihm passt. "Die Pflege begegnet damit Kunden, die viel qualifizierter Ansprüche anmelden können aber auch hinter die Kulissen schauen und die Grenzen des Systems Pflege kennen." Die Signale aus dem Sozialministerium seien ermutigend, ergänzte Wallrafen-Dreisow, dass die Politik die Implementierung des Transparenzmodells in die Praxis weiter unterstützen wird. Der nordrheinwestfälische Sozialminister Karl-Josef Laumann hatte in seiner Rede in Mönchengladbach gesagt, er erwarte, dass relativ schnell viele andere Einrichtungen das Modell übernehmen werden.

Die beteiligten Einrichtungen haben auf der Transferveranstaltung Einblicke in die Arbeit an den Berichten gegeben. Aus einigen Häusern trugen Mitarbeiter, die als Autoren daran mitgeschrieben haben, ihre Texte vor. Die Menschen, die Qualität als Beziehung zwischen Bewohnern und Mitarbeitern schaffen, hieß es mehrfach, hätten als Aktive dem Projekt Form, Inhalt und Sprache gegeben. Pflege habe selbstbewusst bewiesen, dass sie eigene Positionen und Maßstäbe hat. Damit seien die Berichte eine gute Ergänzung zu den Prüfergebnissen, die der MDK künftig veröffentlicht. Qualität so zu berichten, hieß es in der Präsentation der Fachberater Roland Weigel und Carsten Tesch, wirke schließlich auch auf die Arbeit in den beteiligten Heimen zurück. "Kommunikation ist selbst zu einer Qualität der Häuser geworden, die sie wiederum unterstützt, ihre Qualitäten weiter zu entwickeln."

Das Transparenzmodell gibt den Einrichtungen, die danach ihre Qualität berichten wollen, 150 Fragen aus fünf "Welten" auf. Gegliedert nach Lebenswelt, Außenwelt, Welt der Institutionen, Arbeitswelt und Welt der Gemeinschaft antworten sie einerseits stichpunktartig in einem Tabellenteil, der Fakten und Rahmendaten behandelt und andererseits in einem Magazinteil in Artikeln, Interviews, Zitaten und Infotexten. Dabei sollen die Welten aus verschiedenen Blickwinkeln geschildert werden. So kommen im Magazin Bewohner, Angehörige, Mitarbeiter und Ehrenamtliche zu Wort. Persönliche Eindrücke wechseln mit fachlichen Informationen. Im Zentrum steht die Perspektive der Kunden. Was ist ihnen als Bewohner wichtig? Was ist für sie als Interessenten relevant? Die meisten Redaktionsteams im Modellprojekt haben darum auch Persönlichkeiten von außen gewonnen, etwa von der Heimaufsicht, Seniorenbeiräten, der Lokalpolitik, Kirchen und Vereinen, die die Arbeit an den Berichten kritisch begleitet haben oder auch selbst als Autoren dazu betrugen.

Die Berichte haben einen Umfang von 20 bis über 40 Seiten. Die kurzen Texte im Magazinteil sollen Leser anregen, eigene Prioritäten zu setzen. Das einheitliche Format unterstützt die Vergleichbarkeit der Häuser. Alle 150 Fragen müssen verbindlich beantwortet werden. Die Berichte werden in einer Datenbank verfasst und gestaltet, die PDF und druckfertige Dateien erzeugt und können online gepflegt werden.

Das Weblog www.Qualitaetsbericht-Pflege.de berichtet künftig über die Arbeit mit dem Transparenzmodell.



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