Navigation einblenden Navigation

Presse

13.05.2009: Kundenorientierte Qualitätsberichte in der Altenhilfe

„Berichte von Altenheimen müssen für jeden Bürger verständlich werden!“. Dies war die Zielvorgabe, als NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann im Januar 2008 in Mönchengladbach das Modellprojekt „Kundenorientierte Qualitätsberichte“ vorgestellt hat. In den vergangenen Monaten haben die Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach und neun weitere Heimträger aus NRW das mit rund 100.000 Euro vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Projekt vorangetrieben und abgeschlossen. Am 13. Mai wurden die Ergebnisse in Mönchengladbach bei einer Abschlussveranstaltung vor rund 100 Pflegeexperten präsentiert.

„Wer einen Platz im Pflegeheim sucht, braucht lebensnahe, umfassende und verständliche Informationen. Diese waren bislang nicht so einfach zu finden. Unser Projekt gibt den Heimen ein Werkzeug an die Hand, mit dem sie Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bedarfsgerecht über ihre Angebote informieren können“, erklärte Laumann in Mönchengladbach. Die Ergebnisse, so der Minister weiter, geben auch wichtige Hinweise, was bei der Umsetzung der Transparenzverpflichtung des neuen Wohn- und Teilhabegesetzes sinnvoll und praktikabel sein könnte. Die herkömmlichen Qualitätsberichte von Heimaufsichten und Medizinischem Dienst dagegen wenden sich in Spezialistensprache an die Heimträger selbst sowie an die Aufsichtsbehörden. Pflegebedürftige und ihre Angehörigen erhalten damit kaum Informationen zu Pflegeheimen, die ihnen eine Auswahl nach ihren Bedürfnissen ermöglichen könnten.

In den Berichten, die im Rahmen des Modellprojektes entstanden sind, kommen ganz verschiedene Menschen zu Wort. Die Leser sollen selbst bestimmen können, worauf sie Wert legen und welche der Qualitäten in den Einrichtungen ihnen besonders wichtig sind. So werden beispielsweise fünf Leitfragen zum Leben in der Einrichtung gestellt: Wie wird mir bei Einzug und Eingewöhnung geholfen? Wie wohne ich in der Einrichtung? Kann ich meinen Alltag wie gewohnt leben? Was ist wenn ich krank bin? Was müssen meine Angehörigen beachten? Die Leitfrage „Wie wohne ich in der Einrichtung?“ beispielsweise wird dann noch konkretisiert etwa mit Angaben zur Ausstattung mit Dusche und WC, ob man eigene Möbel mitbringen kann und ob man sich einen Mitbewohner aussuchen kann.

„Qualität kann nicht von Außen in die Einrichtungen hineingeprüft werden. Diese Erkenntnis ist nicht neu, aber wenn es um Qualität in der Pflege geht, wird in der (Fach-) Öffentlichkeit immer wieder der Schwerpunkt auf externe Kontrollen gelegt. Der tatsächlichen Qualität in den Einrichtungen wird das nicht gerecht. Mit dem Kundenorientierten Qualitätsbericht sollen die Einrichtungen ihre Qualität besser nach Innen und Außen darstellen können. MDK-Prüfberichte werden damit ergänzt und um den Standpunkt der Kunden erweitert“, so Wallrafen-Dreisow.

Bis zum Herbst wird die Sozial-Holding für alle städtischen Altenpflegeheime kundenorietierte Qualitätsberichte vorlegen. Pionier im Modellprojekt war das Altenheim Eicken. Weitere Informationen zum Projekt, zu den Beteiligten und die Berichte der Modelleinrichtungen finden sich unter www.qualitaetsbericht-pflege.de



zurück zur Übersicht