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Aktuelles

17.07.2009: Jeder Kontakt zwischen Mensch und Tier gleicht einem Wunder

Die Betreuungsarbeit mit Kaninchen im Altenheim Eicken

Beispiele? Kein Problem.

Frau A ist schwer demenenziell verändert und kann nur eingeschränkt den Oberkörper bewegen. Sie sitzt im Rollstuhl und blickt die meiste Zeit geradeaus. Ein Kaninchen wurde ihr auf den Schoß gesetzt. Sie spürte dies, lachte und begann unverständliche Worte, Sätze und Silben zu bilden. Sehen konnte sie das Kaninchen nicht, aber fühlen. Jetzt wurde das Kaninchen aktiv: Schnell richtete es sich auf zwei Pfoten auf, machte Männchen, der Augenkontakt von Tier zu Mensch war da. Jetzt konnte sie das Tier vollständig wahrnehmen und die Freude war groß. Frau B. ist überwiegend bettlägerig, spricht nicht viel und kann sich kaum noch eigenständig bewegen. Sie erhält schon seit längerer Zeit Besuch vom Kaninchen. Und sie spürt es sofort: Sobald das Kaninchen ins Bett gesetzt wird, fängt die Bewohnerin an, das Tier zu streicheln und strahlt dabei. Auch die Kommunikation geht gleich viel besser. Mit Nicken oder Kopfschütteln beantwortet sie Fragen und nimmt teil am Gespräch. Diese positiven Reaktionen wurden auch von den Angehörigen bemerkt und sie freuen sich sehr über diese schönen Momente. Und so könnte man noch viel berichten, da ist der schwer an Parkinson erkrankte Mann, dessen Bewegungen so verkrampft sind und der mit dem Kaninchen auf dem Schoß sich entspannt und zärtlich das Tier streichelt oder der Bewohner, der eigentlich zu allem nein sagt, auch zu dem Angebot das Tier zu streicheln – kein Interesse. Als er dann das Tier aber sah, wollte er es unbedingt fühlen, es auf dem Schoß haben. Und er ging noch einen Schritt weiter: Als er bemerkte, dass das Kaninchen von seinem Schoß zu rutschen drohte, hob er es hoch, legte es sich vorsichtig an die Brust und hielt es zärtlich fest. Mensch und Tier erlebten Nähe – eine genussvolle Beziehung aus Geben und Nehmen. Wir hier in Eicken sind davon überzeugt: Tiere setzen Impulse im Alltag, durchbrechen durchgezogene Schranken und fördern die körperlichen und seelischen Kräfte von uns allen. Wir bereuen nicht, diesen Schritt in der Arbeit mit Tieren getan zu haben. Jedoch ganz ohne Aufwand ist dies alles nicht zu haben: Die Tiere müssen regelmäßig dem Tierarzt vorgestellt werden, brauchen manchmal medizinische Betreuung. Außerdem muss sichergestellt sein, dass sie täglich Futter und Wasser bekommen, der Stall sauber gehalten wird. Da muss jeder mit anpacken, ist jeder in Verantwortung. Selbstverständlich sind da auch die Bewohner dabei. Eine große Unterstützung erhalten wir durch unsere ehrenamtliche Mitarbeiterin Frau Zimmermann. Sie steht uns mit Rat und vor allen Dingen mit ganz viel Tat zur Seite. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle. Sie möchten mehr wissen? Rufen Sie uns ruhig an oder schauen Sie doch einfach mal vorbei – Simba, Schneewittchen, Mathy und der Rest unserer Kaninchenfamilie erwarten Sie. Für das Altenheim Eicken Nikola Siemes & Margret Strucken-Jordan



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