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Pressemitteilungen

04.07.2017: Demenz Inklusive: Modellprojekt im Monforts Quartier gestartet

Demenz Inklusive: Modellprojekt im Monforts Quartier gestartet
Museumsführungen für Menschen mit Demenz gehören schon seit fünf Jahren zum festen Programm der Museumspädagogik im Städtischen Museum Schloss Rheydt. Ab Oktober sollen solche Führungen auch im TextilTechnikum angeboten werden. Möglich wird dies durch das jetzt gestartete Modellprojekt „Demenz Inklusive – Vernetzte Erinnerungskultur im Monforts Quartier“, das die Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach gemeinsam mit dem TextilTechnikum und der Hochschule Niederrhein durchführt. Die Kosten von 170.000 Euro für das dreijährige Projekt werden zu gleichen Teilen vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW und den Pflegekassen getragen. „Diese großzügige Unterstützung zeigt, wie wichtig den Zuschussgebern die Integration von Menschen mit Demenz ist. In dem Modellvorhaben, das weit über die reine Museumsführung hinausgeht, werden wir die Angebots- und Unterstützerstrukturen für Menschen mit kognitiv bedingt eingeschränkter Alltagskompetenz - insbesondere Demenz - und ihrer Angehörigen stärken und ihnen Möglichkeiten eröffnen, wieder mehr am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilzuhaben“, erläutert Projektleiterin Bellinda Schmitt von der Sozial-Holding Tochtergesellschaft Bildungs GmbH. Im Mittelpunkt des Projektes steht das TextilTechnikum der Stadt Mönchengladbach im denkmalgeschützten Monforts Quartier, einer ehemaligen Textilfabrik. Kein Museum im klassischen Sinne, sondern eine international einzigartige Sammlung von rund 150 historischen und modernen Textilmaschinen, die der Besucher in Aktion erleben kann. Dieser besondere Ort mit seinen für die rheinische Textilindustrie so typischen optischen Eindrücken, Geräuschen und Gerüchen bietet die ideale Plattform, um längst verschüttet geglaubte Erinnerungen bei an Demenz erkrankten Menschen wieder zum Leben zu erwecken. „Schon mit der Eröffnung des TextilTechnikums haben wir versprochen, dass wir das Konzept mit Hochschule Niederrhein, der Textilwirtschaft und weiteren Partnern ständig weiterentwickeln werden. Das Modellprojekt ‚Demenz Inklusive‘ ist ein wichtiger Baustein bei dem Vorhaben, junge und ältere Menschen vom Kindergarten- und Schulkind über die Studierenden des Fachbereichs Textil und Bekleidung bis zu Altenheimbewohnern, von denen viele in der Textilbranche gearbeitet haben, einzubinden“, betont Mönchengladbachs Kulturdezernent Dr. Gert Fischer. Bis zu den ersten Führungen im Herbst gibt es für das Projektteam noch viel zu tun: Zunächst wird ein museumspädagogisches Konzept entwickelt, das auf die demenzerkrankten Besucher zugeschnitten ist. Parallel dazu werden in Workshops sogenannte Erinnerungsbegleiterinnen geschult. Dies können Mitarbeiterinnen oder Ehrenamtliche aus den Altenheimen sein, die fit in der Mönchengladbacher Textilgeschichte gemacht werden und erfahren, wie die ausgestellten Maschinen funktionieren. Angeleitet und bei den geplanten Führungen unterstützt werden sie von einem erfahrenen Textilpädagogen. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt wird von der Hochschule Niederrhein, um den Nutzen des Modellvorhabens für demenziell veränderte und erkrankte Menschen sowie deren Angehörigen zu bewerten und die Übertragbarkeit der gewonnenen Erkenntnisse auf andere Regionen und Inhalte zu unterstützen. Eingebunden ist das Projekt in die altengerechter Quartiersentwicklung im Stadtteil Hardterbroich: Nicht nur das Monforts Quartier mit dem TextilTechnik, sondern auch der öffentliche Raum rund um den Standort wird in den Fokus genommen. Vom neuen Hardterbroicher Markt vorbei am städtische Altenheim, das im Herbst eröffnet wird, bis zum Monforts Quartier wird ein „Prototypenweg“ entstehen, auf dem moderne Technik erprobt wird, die nicht nur Senioren die Alltagswege erleichtern: Infotouchscreens, Straßenlaternen, die ihre Helligkeit an das Sehvermögen der Passanten anpassen, höhenverstellbare Parkbänke und Landmarken, die auch dementen Menschen die Orientierung erleichtern, gehören dazu. Die Technologien hierfür werden im Forschungsvohaben UrbanLife+ der Sozial-Holding entwickelt.

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