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Pressemitteilungen

18.12.2013: Älter werden im Quartier Eicken: Sozial-Holding, Einzelhandelsverband, Aktive Senioren und Fraunhofer Institut starten gemeinsames Projekt

Älter werden im Quartier Eicken: Sozial-Holding, Einzelhandelsverband, Aktive Senioren und Fraunhofer Institut starten gemeinsames Projekt
(v.l.) Helmut Wallrafen-Dreisow (Sozial-Holding), Rainer Altrock (Aktive Senioren), Nicole Schilli (Gesundheitsmanagerin), Dr. Peter Achten (REHV) und Dr. Ulrich Springer (Fraunhofer ISST)

„Im Alter ein selbstbestimmtes Leben führen“ – Zur Umsetzung dieses Wunsches reicht es nicht, die eigenen vier Wände anzupassen. Auch das Wohnumfeld und das soziales Netzwerk im Wohnquartier müssen auf die Bedürfnisse älterer Menschen eingerichtet sein. In Eicken finden sich bereits viele Elemente eines solchen altersgerechten Quartiers. In einem gemeinsamen, vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen mit 50.000 Euro geförderten Projektes wollen die Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach, der Rheinische Einzelhandels- und Dienstleistungsverband (REHDV), der Verein Aktive Senioren e.V. und das Fraunhofer-Institut für Software und Systemtechnik (ISST) die bestehenden Strukturen nutzen, weiter ausbauen und zum Vorbild machen.

„Im Stadtteil Eicken finden sich bereits viele Elemente eines solchen altersgerechten Quartiers. Unser Ziel ist es in dieser aktiven Keimzelle eine Wohn- und Lebensqualität zu schaffen, die älteren Personen einen möglichst langen Verbleib in ihrem Quartier ermöglicht“, erläutert Helmut Wallrafen-Dreisow, Geschäftsführer der städtischen Sozial-Holding.

Drei Säulen sollen das Älterwerden in Eicken zukünftig begleiten: Zum einen ein funktionierendes Netzwerk (Eicken kommuniziert), das auf die bestehenden Eickener Gespräche und das rege Vereinsleben aufbaut und in das neben Bürgern, Vereinen und Ehrenamtlern auch Handel und Dienstleistungsgewerbe eingebunden sind. Zweite Säule ist das Thema Gesundheit (Eicken bleibt mobil!), das sich zum Beispiel in gezielten Bewegungsangeboten für Senioren zeigt. Denn eine Voraussetzung für die gesellschaftliche Teilhabe ist die Selbstständigkeit der älteren Menschen, die durch gezieltes Kraftausdauer- und Beweglichkeitstraining, Balance- und Gleichgewichtstraining oder Gedächtnistraining gefördert werden kann.

Wallrafen-Dreisow: „Für ältere Menschen sind auch die Geselligkeit und gemeinsame Unternehmungen von großer Bedeutung. Deshalb soll eine zweite Sportgruppe in der Muckibude im Altenheim Eicken aufgebaut, eine Seniorengymnastikgruppe eingerichtet und das Bewegungsangebot für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen ausgebaut werden.“ Beim Sport- und Freizeitangebot für Eicken kommt der Verein Aktive Senioren ins Spiel, der an der Thüringer Straße 32 in unmittelbarer Nähe zum städtischen Altenheim sein Büro hat. Es ist dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet und telefonisch unter 02161-206575 zu erreichen.

Dritte Säule des Projektes sind die Haushaltsnahen Dienstleistungen (Eicken wird mobil), die älteren Menschen das Leben leichter machen und gemeinsam von Geschäftsleuten, Dienstleistern und Bürgern entwickelt werden sollen. Dr. Peter Achten, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes NRW: „Im Jahr 2035 wird knapp die Hälfte der Deutschen 50 Jahre und älter, jeder dritte Mensch älter als 60 Jahre sein. Gut erreichbare Einkaufsmöglichkeiten und andere Dienstleistungen sind ein Stück Lebensqualität. Einkaufen soll Freude machen – auch den Menschen, die den Einkaufsbummel unter erschwerten Bedingungen antreten. Dazu gehören Menschen, die im Rollstuhl, mit Gehhilfen und Rollatoren unterwegs sind oder die auf andere Hilfsmittel und Unterstützung angewiesen sind.“ Deshalb hat der Handel das Zertifikat „Generationenfreundliches Einkaufen“ eingeführt und setzt darauf, dass sich Händler und Gewerbetreibende auf die verändernde Gesellschaft, die auch wirtschaftliche Chancen bietet, einstellen. So können sich Einzelhändler und Dienstleister im Projekt zur barrierearmen und generationenfreundlichen Gestaltung ihres Ladenlokals beraten zu lassen.

Unterstützung wird das auf eine Dauer von sechs Monaten ausgerichtete Projekt vom Fraunhofer-Institut für Software und Systemtechnik (ISST) erhalten: „Welche technischen Hilfen benötigen die Menschen im Stadtteil, damit sie ihre Selbstbestimmung bis ins hohe Alter erhalten? Was können Wohnungsunternehmen, Gewerbetreibende, Geschäfte und Institutionen der Zielgruppe anbieten. Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Fraunhofer ISST in seinem Geschäftsfeld »Ambient Assisted Living (AAL)« aus informationstechnischer Sicht. Wir entwickeln Lösungen, die Unterstützung per Breitband kostengünstig und leicht bedienbar in die eigenen vier Wände bringen“, berichtet Dr. Ulrich Springer. Ein erstes Treffen der Projektpartner mit Einzelhändlern und Dienstleistern aus Eicken soll es noch im Januar 2014 geben.



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