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Presse

16.09.2010: „Unkommentierte Statistiken sind nicht genug!

Zu den bisherigen Ergebnissen des vom Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Forschungsprojektes "Entwicklung und Erprobung von Instrumenten zur Beurteilung der Ergebnisqualität in der stationären Altenhilfe" hat jetzt Helmut Wallrafen-Dreisow, Geschäftsführer der Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach Stellung genommen.

Zu den bisherigen Ergebnissen des vom Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Forschungsprojektes "Entwicklung und Erprobung von Instrumenten zur Beurteilung der Ergebnisqualität in der stationären Altenhilfe" hat jetzt Helmut Wallrafen-Dreisow, Geschäftsführer der Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach Stellung genommen. Die Sozial-Holding ist als Träger der sechs städtischen Altenheime durch den Bundesverband der Kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen in das Projekt eingebunden. Das Institut für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld (IPW) und das Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH Köln (ISG) wurden von den beiden Ministerien beauftragt, pflegewissenschaftlich fundierte und praktisch umsetzbare Antworten auf die Frage zu erarbeiten, wie Pflegequalität als Ergebnisqualität in Pflegeeinrichtungen besser gemessen und damit verlässlich dargestellt werden kann. Das im Dezember 2008 gestartete Projekt wird Ende November 2010 abgeschlossen sein.

„Zunächst einmal möchte ich die ausgezeichnete wissenschaftliche Arbeit der Projektbeteiligten Institute hervorheben. Für unsere Einrichtungen werden zahlreiche wichtige Impulse für die bereits laufenden internen Messeverfahren ableitbar sein. Auch unsere Kundenbefragungen werden wir durch die Erfahrungen aus dem Projekt sicherlich verbessern können“, ist Wallrafen-Dreisow überzeugt. Insgesamt könnten die Projektergebnisse einen wichtigen Beitrag für die Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements und die Qualitätsberichterstattung leisten. Der Projektverlauf habe aber auch gezeigt, dass man bei der Entwicklung verlässlicher Messverfahren in einigen Bereichen noch am Anfang stehe. Die 12 bis 15 Indikatoren, die nach derzeitigem Stand der Diskussion für eine ergebnisorientierte Qualitätsberichterstattung in Betracht kommen, genügen nach Auffassung von Wallrafen-Dreisow dem Anspruch an die Beurteilung einer umfassenden Versorgung auf Dauer nicht: „Der Prozess hat gerade erst begonnen. Daher halte ich es auch für absolut verfrüht, Empfehlungen über die Integration in bestehende Prüf- und Transparenzverfahren abzugeben. Wenn in Zukunft über die geeignete Form der verpflichtenden Darstellung, die Entwicklung von einheitlichen Verfahrensbeschreibungen und die Integration in Qualitätsprüfrichtlinien gestritten wird, verpassen wir die Chance zu einer wichtigen fachlichen Diskussion von Ergebnisqualität innerhalb der Seniorenwirtschaft.“

Eine unkommentierte, rein statistisch aufbereitete vergleichende Darstellung der bisher in Betracht gezogenen Indikatoren hält Wallrafen-Dreisow nicht für das geeignete Mittel, die Ergebnisqualität in den Einrichtungen zu verbessern. Als Alternative schlägt er die Einrichtung regionaler Benchmarkingkreise vor. Diese sollten trägerübergreifend organisiert sein, Kunden, Kostenträger, Politik und Gesellschaft einbeziehen, die Erfahrungen in der vertiefenden Anwendung von so genannten objektiven Messverfahren und subjektiven Erhebungen austauschen und eine eigene Veröffentlichungspraxis etablieren.

Wallrafen-Dreisow: „Dies würde der föderalen Struktur der Pflegelandschaft gerecht werden und einen eigenständigen deutschen Weg in der Ergebnisqualitätsdiskussion ermöglichen, ohne dass wir von internationalen Entwicklungen abgekoppelt wären“. Nach einem festgelegten Zeitraum von zum Beispiel fünf Jahren ließe sich dann ein gemeinsamen Nenner in der Qualitätsberichterstattung von Ergebnisindikatoren abstimmen.



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