Navigation einblenden Navigation

Presse

14.07.2010: Generationenbibliothek im AH Am Pixbusch ausgezeichnet

Die Generationenbibliothek der Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach ist Preisträger des bundesweit ausgetragenen Innovationswettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“. Heinz Lemmen von der Deutschen Bank zeichnete jetzt (14. Juli 2010) die Jugendliche und Senioren zusammenbringende Bibliothek als „Ausgewählten Ort 2010“ aus.

Die Generationenbibliothek ist im Jahr 2006 in einer ehemaligen Krankenhauskapelle entstanden. Dank der Unterstützung zahlreicher Partner konnte der Raum nicht nur erhalten, sondern auch hochwertig ausgestattet werden. Hier treffen sich Altenheimbewohner regelmäßig mit Schülern des benachbarten Gymnasiums zu Leserunden oder Spielstunden. Ein Shuttleservice gibt Bewohnern anderer Altenheime Gelegenheit, die Bibliothek zu nutzen. Und auch den Bürgern des Stadtteils steht die Bücherei offen, in der regelmäßig Autorenlesungen und Mundartabende stattfinden. Aus mehr als 2.200 eingereichten Bewerbungen überzeugte die Generationenbibliothek die unabhängige Jury und zählt damit zu den 365 Preisträgern, die mit ihren zukunftsfähigen Ideen Deutschland als das „Land der Ideen“ repräsentieren. „Die ‚Ausgewählten Orte 2010‘ zeigen auf vielfältige Weise die Innovations- und Gestaltungskraft Deutschlands. Jeden Tag sehen wir, wie durch das enorme Potenzial, das hier in der Region steckt, das bundesweite Netzwerk an Ideen wächst“, begründet Heinz Lemmen das Engagement der Deutschen Bank. Die im November 2006 im städtischen Altenheim Am Pixbusch eingerichtete Generationenbibliothek ist ein schönes Beispiel dafür, wie durch die enge Zusammenarbeit vieler engagierter Partner auch in Zeiten knapper Kassen beinahe Undenkbares Wirklichkeit werden kann. Wer die Bibliothek in der 1. Etage betritt, lässt von jetzt auf gleich alle Hektik hinter sich: Der massive Parkettboden, die holzvertäfelten Wände, das imposante Bücherregal und die von den Sitzbänken bis zur Heizungsverkleidung hochwertige Ausstattung scheinen aus einer anderen Zeit zu stammen. In angenehmem Kontrast zum dunklen Holz stehen die in freundlichem blau gestrichenen Wände und die aufwändig restaurierten Fensterbilder, die Marianne Hilgers 1963 für die ehemalige Krankenhauskapelle schuf. Die Bibliothek ist zunächst natürlich für die Bewohnerinnen und Bewohner des Altenheims gedacht. Sie soll aber auch ein Ort der Begegnung werden. Veranstaltungen des Heimatvereins oder des benachbarten Gymnasiums sind ebenso willkommen wie Lesungen oder Mundartabende. Außerdem ist die Bibliothek an drei Tagen pro Woche öffentlich zugänglich. „Wir waren von Anfang an davon überzeugt, dass die Menschen des Stadtteils uns für dieses Angebot auch etwas zurückgeben werden“, berichtet Helmut Wallrafen-Dreisow, Geschäftsführer der Sozial-Holding, der schon bei der Eröffnung für den Aufbau von Lesepatenschaften und die Öffnung der Bibliothek für alle Generationen warb: „Mancher unserer Bewohner, der selbst nicht in Büchern schmökern kann, ist froh, wenn ihm jemand vorliest.“ Denn wie wir in Zukunft leben werden, ob unsere Gesellschaft zusammenhält - das hängt auch davon ab, wie jung und alt zusammen halten. Schon wenige Wochen nach der Eröffnung der Bibliothek war im Januar 2007 das Projekt „Lesepaten im Altenheim“ in Kooperation mit dem benachbarten Gymnasium Odenkirchen geboren – und ist seitdem eine echte Erfolgsgeschichte. „Die Heimbewohner freuen sich immer schon auf den Mittwochnachmittag, denn dann kommen die jungen Leute wieder“, weiß Wallrafen-Dreisow. Mit der Zeit haben sich richtige Beziehungen zwischen unseren Heimbewohnern und den Schülern aufgebaut, die weit über die gemeinsamen Spiel-, Lese- und Gesprächsrunden in der Bibliothek hinausgehen. Die Schüler und Senioren gestalten ihre Zusammenkünfte weitgehend eigenständig. Ursprünglich war nur geplant, den alten Menschen vorzulesen. Die Schüler stellten jedoch bei den ersten Treffen fest, dass oft andere Wünsche seitens der alten Menschen bestanden. Sie traten daraufhin an den Sozialen-Dienst des Altenheims mit eigenen Ideen zur Gestaltung der Treffen heran. So konnte auf die Wünsche der Senioren reagiert werden, was wesentlich zur positiven Entwicklung des Projektes beitrug. Die Schüler treffen sich mittlerweile mit den alten Menschen nicht nur zum Vorlesen, sondern auch zum Unterhalten, Spielen oder Spazierengehen. Vor jedem Treffen findet eine kurze Besprechung mit einer Mitarbeiterin des Sozialen-Dienstes statt, um die Schüler über die gesundheitliche und emotionale Situation der Bewohner zu informieren. So wird gewährleistet, dass die Schüler sich der Situation anpassen können und vorbereitet zu den alten Menschen gehen. Die Mitarbeiterin des Sozialen-Dienstes steht während des Besuches als Ansprechpartnerin und für eine Nachbereitung zur Verfügung. Von den gemeinsamen Aktivitäten, durch die sich stabile und intensive Beziehungen zwischen den Schülern und den Senioren entwickelt haben, profitieren beide Seiten. Die Bewohner des Altenheims können ihr Wissen und Ihre Erfahrungen an die Schüler weitergeben und gleichzeitig die Lebenswelt der Jugendlichen kennen lernen. Die Schüler haben ihrerseits die Möglichkeit, von der Erfahrung der alten Menschen zu profitieren. So ist ein reger Austausch zwischen den Generationen entstanden, der hilft Vorurteile auf beiden Seiten abzubauen und ein besseres Verständnis der Generationen zu erreichen. Nach der positiven Erfahrung im Projekt sollen die nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen dem Altenheim und der Schule weiter ausgebaut werden. Um die Kontinuität des Projektes zu gewährleisten, werden für interessierte Schüler Schnuppernachmittag angeboten. So haben Interessenten zunächst die Gelegenheit, ein Engagement im Projekt Lesepaten im Altenheim auszuprobieren, ohne eine feste Verpflichtung einzugehen.



zurück zur Übersicht