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Presse

30.04.2009: Projekt Flaschenpost: Sozial-Holding erfüllt verborgene Wünsche ihrer Heimbewohner

Alle Menschen haben Wünsche, auch die Bewohnerinnen und Bewohner in Altenpflegeheimen. Die Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach GmbH, Träger von sechs städtischen Altenheimen mit insgesamt 617 Kunden, hat jetzt den Versuch gestartet, den verborgenen Wünschen der Bewohner auf die Spur zu kommen – und arbeitet mit tatkräftiger Unterstützung von Mitarbeitern, Ehrenamtlern und Sponsoren daran, diese heimlichen Träume zu erfüllen.

Beim Projekt „Flaschenpost – Verborgene Wünsche“ hat jeder Bewohner der städtischen Altenheime die Gelegenheit bekommen, seinen besonderen Herzenswunsch aufzuschreiben und per Flaschenpost an die Unternehmensleitung zu senden. Das Projekt, als Idee aus den Niederlanden übernommen und mit den Heimbeiräten der sechs städtischen Häuser diskutiert und weiterentwickelt, ist schon jetzt ein großer Erfolg. Rund 120 Flaschen sind bereits nach kurzer Zeit zurückgekommen. Bei der Formulierung ihrer Wünsche wurden die Bewohner wenn nötig durch die Heimbeiräte und den Ombudsmann unterstützt. „Zwei Aspekte waren uns bei der Planung besonders wichtig: Erstens sollte jeder Bewohner die Chance bekommen, seinen Wunsch mitzuteilen, auch wenn wir wissen, dass wir die zahlreichen Demenzkranken in unseren Einrichtungen mit diesem Projekt kaum erreichen können. Zweitens wollten wir Wünsche wecken, die über die Verbesserung des Heimalltags und die betrieblichen Abläufe hinausgehen“, erläutert Helmut Wallrafen-Dreisow, Geschäftsführer der Sozial-Holding. Das Konzept ist aufgegangen. Auch wenn manche Wünsche einen ganz privaten oder familiären Hintergrund haben, an deren Erfüllung nicht im Lichte der Öffentlichkeit gearbeitet werden kann, fanden sich in den Flaschen doch zahlreiche Zuschriften, die beweisen, dass man sich ein Stück jugendlicher Euphorie und Unbekümmertheit auch im hohen Alter bewahren und frisch von der Leber weg artikulieren kann. Die Sehnsucht, noch einmal Stadionluft bei einem Bundesligaspiel zu schnuppern, ein Musical zu besuchen, sich mit der Tante JU oder einem Heißluftballon in die Lüfte zu erheben, die erste Sandkastenliebe wiederzutreffen oder auf der Trabrennbahn eine Runde im Sulky zu drehen, wäre wohl ohne die Flaschenpost-Aktion für immer im Verborgenen geblieben. „Den Bewohnern haben wir zwei Versprechen gegeben: Dass wir keine Herausforderung scheuen, ihnen ihre Wünsche wenn möglich zu erfüllen, und dass die Kosten auf keinen Fall zu Lasten des Regel-Etats oder der anderen Heimbewohner gehen“, so Wallrafen-Dreisow weiter. Dabei sei ein Großteil der geäußerten Anliegen ohne hohen Aufwand zu realisieren, und als Träger müsse man sich die Frage stellen, was bisher verhindert hat, dass diese oft bescheidenen Wünsche bisher nicht artikuliert worden sind. Das Projekt macht nach Ansicht der Sozial-Holding noch einmal deutlich, dass Verantwortliche und Beschäftigte in der Altenpflege noch sensibler für die Wünsche ihrer Kunden werden sollten. Die Kriegs- und Nachkriegsgeneration sei ein Leben lang darauf geprägt gewesen, die eigene Familie durch schwere Zeiten zu bringen – und dabei die eigenen Bedürfnisse hinten an zu stellen. Vorbild für das Projekt „Flaschenpost – Verborgene Wünsche“ ist eine gleichartige Aktion der „Zoerg Groep Noord-Limburg“, das die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozial-Holding bei einem gemeinsamen EU-Projekt mit den niederländischen Kollegen kennen gelernt haben.



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